Mrz 29

Kurzfristiger Handlungsbedarf wegen Corona-Krise mit Bezug auf kaufmännische Entscheidungen

Das Ifo-Institut schätzt, dass die deutsche Wirtschaft im Zusammenhang mit der Corona Krise zwischen 7,2 % und 20,6 % schrumpfen wird. Goldman Sachs geht von bis zu 25% aus. Dies entspricht volkswirtschaftlichen Gesamtkosten von 255 bis 729 (und mehr) Milliarden Euro. Das Ifo-Institut spricht von einem Schaden der „alles übersteigt, was aus Wirtschaftskrisen oder Naturkatastrophen bekannt ist“.

Es liegt dennoch auf der Hand, dass eine Krise mit derartigem Ausmaß alle Unternehmen zunächst hart treffen wird. Die Frage ist: Wie geht ein kluger Unternehmer damit um, wenn zu befürchten ist, dass kurzfristig erhebliche Umsatzausfälle zu erwarten sind?

Leider sind die Umsatzausfälle mancher Unternehmer aktuell bereits in vielen Fällen 100%. Ist es klug, sich auf einen „bad-case“ vorzubereiten? Wir meinen „ja“. Wer aktuell noch arbeiten kann, sollte erwägen, dass unter Verwendung der zuvor genannten Zahlen durchschnittlich die Umsätze um 25% sinken werden. Das kann im konkreten Fall natürlich weniger oder erheblich mehr sein. Wie lange es dauert, dies wieder aufzufangen, weiß aktuell niemand. Hier empfehle wir, entsprechende Sensitivitätsanalysen vorzunehmen und die unterschiedlichen Szenarien für sich zu bewerten, um zu sehen, wie elastisch die Effekte sind. Gerne sind wir als Sparringspartner dabei!

Natürlich wird eine Vielzahl der Unternehmer die Kostenseite optimieren und jede eventuell vermeidbare Ausgabe überdenken. Diese Option dürfte für die meisten Unternehmer die erste Alternative sein. Andererseits kann ein Unternehmen mit solider Kapitalstruktur und hohen Reserven gerade in solchen Zeiten gute Investitionsmöglichkeiten finden und sich „advers zum Markt“ verhalten. Vielleicht ist die Mischung aus beidem ein guter Rat. Sinnvoll ist es jedenfalls, die Zeit effektiv zu nutzen. Warum nicht notwendige und alternativlose (Verwaltungs-)Arbeiten vorziehen? Hier kennen wir uns natürlich aus. Aber sinnvoll sollten diese sein. Mit Sicherheit ist es diesbezüglich ein guter Rat, sich um die Aufbereitung der eigenen Zahlen und Prozesse zu kümmern. Denn die Corona-Krise kann auch als Chance zum radikalen Entrümpeln und Verbessern sowie für die Umsetzung längst notwendiger Veränderungen benutzt werden, um danach möglichst schnell wieder auf die Erfolgsspur zurückzukehren.

In jedem Falle raten wir dazu, das Notwendige nicht aufzuschieben:

  1. Sicherung des kurzfristigen Liquiditätsbedarfs

Wir haben ein Team aus Mannheimer, Merziger und Berliner Kollegen aufgesetzt, welches als Spezialisten die einzelnen Hilfsmaßnahmen sehr schnell durchdacht und verstanden hat. Wir haben entsprechende Strategien für unsere Unternehmer entworfen. Aktuell sind wir permanent am Testen und Updaten, wie die Antragstellung etc. funktionieren wird. Etliche Maßnahmen werden online beantragt und die Portale in den nächsten Tagen freigeschaltet sein. Wir werden bis dahin in der Lage sein, nicht nur „zu wissen“, wie es geht, sondern es auch „machen können“!

Wir haben unsere guten Kontakte zu den Banken genutzt, um konkret zu verstehen, wie die versprochenen Kreditmittelzusagen funktionieren und was dazu beigetragen werden kann, damit es smart abläuft und ganz konkret, was wir hier tun können, um zu helfen. Die Anforderungen werden skaliert! Das bedeutet, dass kleine Unternehmen weniger Informationsmaterial bringen müssen als größere Unternehmen. Bei kleineren Unternehmen gilt, dass der Jahresabschluss zum 31.12.2018 und eine „BWA 2019“ sowie eine plausibel gemachte Liquiditätsbedarfsrechnung vorgehalten werden sollte. Dabei meint „BWA 2019“ eine betriebswirtschaftliche Auswertung auf der Basis einer gut geführten Buchhaltung, in der noch nicht alle Abschlussbuchungen berücksichtigt, jedoch die wesentlichen Effekte bereits erkennbar sind. Eine plausibel gemachte Liquiditätsbedarfsrechnung könnte wie folgt mit simplen allgemeinen Überlegungen angegangen werden: was ist der prognostizierte Umsatz für die nächsten zwei Monate, was sind entsprechend die prognostizierten Aufwendungen, was ist der Liquiditätsstatus und was sind die Liquiditätsreserven. Aus diesen Berechnungen lässt sich ein kurzfristig benötigter Liquiditätsbedarf plausibel ermitteln. Sind größere Unternehmen betroffen, reicht dies nicht aus. Hier sind aussagekräftigere (Planungs-)Unterlagen notwendig. Hier können wir unterstützen!

Zudem sollten die Sonderprogramme und Überlebenspakete der Regierungen ausgewählt und dann auch genutzt werden. Auch hier halten wir uns laufend auf dem aktuellen Stand.

  1. Sicherung des mittelfristigen Geldbedarfs

Wir hatten versprochen, dass wir von unserer Seite Maßnahmen überlegen werden, wie man die Darstellung der Eigenkapitallage verbessern kann, sofern stille Reserven vorhanden sind. Wir sind mit diesen Überlegungen fertig und können diese Reserven in der Bilanz sichtbar machen. Dies kann gänzlich steuerneutral erfolgen. Dies ist eine sinnvolle Maßnahme, wenn die Kreditfähigkeit verbessert werden soll. Auf Wunsch können wir hier sofort liefern!

Diese Maßnahmen können in die gewöhnlichen Jahresabschlussarbeiten integriert werden. Von daher raten wir, umgehend damit zu beginnen, den Jahresabschluss zum 31.12.2019 aufzustellen und das Berichtsmaterial vorzuhalten, weil dieses definitiv benötigt wird. Damit wir den erheblichen Arbeitsanfall koordinieren können, würden wir uns freuen, wenn die Kontaktaufnahme rechtzeitig erfolgt.

  1. Moratorium der Insolvenzantragspflicht

Wenn all diese Maßnahmen nicht helfen und man nach den bisher geltenden Regelungen eigentlich einen Insolvenzantrag hätte stellen müssen, bereitet das Justizministerium aktuell eine gesetzliche Regelung zur Aussetzung der Insolvenzantragspflicht vor. Voraussetzung dafür soll sein, dass der vermeintliche Insolvenzgrund auf den Auswirkungen der Corona-Pandemie beruht und dass aufgrund einer Beantragung öffentlicher Hilfen und/oder ernsthafter Finanzierungs- und Sanierungsverhandlungen begründete Aussichten auf eine positive Sanierung bestehen. Diese Ausnahme soll auf der Basis eines genauen vom Justizministerium erarbeiteten Kriterienkatalogs begründet werden. Zeitlich wird dieses Moratorium der Insolvenzantragspflicht zunächst bis zum 30.9.2020 gelten.

Hier ist es dem Vernehmen nach erforderlich, dass ein Wirtschaftsprüfer die Sanierungschance als „erfolgversprechend“ bescheinigt. Wir arbeiten bereits an einem Wortlaut, damit wir hier gut vorbereitet sind, sofern unser Engagement hier als Wirtschaftsprüfer erforderlich wird.

  1. Entscheidung unter Unsicherheit

Deutlich wird bereits, dass die Fähigkeiten des „Entscheidens unter Unsicherheit“ gestärkt werden sollte, weil die Krise die bespiellose Unsicherheit in diesen Zeiten offenbart. Hier werden wir uns überlegen, inwieweit sinnvolle praxisgerechte betriebswirtschaftliche Disziplinen bei der Unternehmeraufgabe „Entscheiden unter Unsicherheit“ helfen können. Wir sind hier dran und melden uns wieder.

  1. Strategische Überlegungen

Wann werden Maßnahmen zur Lockerung des Stillstands kommen? Wir raten, dass Sie Ihr Unternehmen wenigstens mit Blick auf zwei Szenarien vorbereiten:

  • Szenario 1: Lockerungen nach Ostern
  • Szenario 2: Lockerung nach Pfingsten

Beurteilen Sie die Auswirkungen der unterschiedlichen Szenarien auf Ihr Unternehmen und ziehen Sie ggf. Konsequenzen. Dann sind vorbereitet!

Egal welche Fragen sich in der aktuellen Situation stellen – wir sind da!

 

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