Vorbereitungskurs für den „Fachwirt Wirtschaftsprüfung (WPK)“

Die sechs Präsenzphasen

Präsenzphase 1:
„Bilanzierung, Bilanzpolitik und -analyse“ sowie „Grundlagen des Wirtschaftsrechts“

Bilanzierung, Bilanzpolitik und -analyse (1 Tag)

Neben dem Bilanzierungsprozess werden Ihnen systematisch die bilanzpolitischen Spielräume der Rechnungslegung nach HGB sowie die Grundlagen der Jahresabschlussanalyse vermittelt (Basisqualifikationen im Handlungsbereich 1).

Schwerpunkte:

  • Sphären und Verantwortlichkeiten in der Rechnungslegung
  • Grundlagen der Bilanzpolitik
  • Identifikation kritischer Prüffelder
  • Grundlagen der Jahresabschlussanalyse

Grundlagen des Wirtschaftsrechts (2 Tage)

Im Wirtschaftsrecht werden die notwendigen juristischen Grundkenntnisse für die Prüfung von Jahresabschlüssen praxisnah vermittelt. Die Erarbeitung des Lernstoffes erfolgt entsprechend dem Prüfungsablauf und ist nach den Posten des Jahresabschlusses strukturiert (Handlungsbereich 1).

Schwerpunkte:

  • Grundlagen des Bürgerlichen Rechts (1. bis 3. Buch des BGB)
  • Grundlagen des Handelsrechts (Recht der Kaufleute, Firma, Sonderregelungen für Kaufleute)
  • Grundlagen des Gesellschaftsrechts (Personengesellschaften, GmbH, AG)

Die Fernkurse „Buchführung“ und „Bilanzierung“ können zwischen den ersten beiden Präsenzphasen im Selbststudium absolviert werden. Hierzu werden den Teilnehmern, die alle 5 Präsenzphasen gebucht haben, didaktisch ausgereifte Materialien sowie der Zugriff auf die Übungsaufgaben im E-Learning-System zur Verfügung gestellt.

Präsenzphase 2:
„Wirtschaftsprüfung I“

Rechnungslegungs-, Prüfungs-, Offenlegungs- und Feststellungsvorschriften, Facharbeit, Prüfungsgrundsätze, Berufsrecht, Qualitätssicherung und -kontrolle, Dokumentationsgrundsätze, Datenanalyse

Sie erhalten die notwendigen Grundkenntnisse für die Planung und Durchführung einer Jahresabschlussprüfung. Gesetzliche Bilanzierungs- und Prüfungsvorschriften werden um entsprechende Vorgaben der berufsständischen Facharbeit ergänzt und praxisrelevant erläutert. Diese Inhalte betreffen den Handlungsbereich 3.

Die Darstellung des Prüfungsansatzes und der Prüfungsmethoden geben Ihnen wichtige Hilfestellungen für die Berufspraxis. Ein Schwerpunkt liegt hierbei auf den verschiedenen relevanten Prüfungstechniken, die im Rahmen der Jahresabschlussprüfung eingesetzt werden sollten, einschließlich der Methodik der Datenanalyse als innovative Prüfungstechnik (Journal-Entry-Testing). Hier werden vor allem Inhalte des Handlungsbereichs 1 behandelt.

Schwerpunkte:

  • berufsrechtliche Anforderungen in der wirtschaftsprüfenden Praxis
  • relevante rechtliche Vorschriften im „Wirtschaftlichen Prüfungswesen“
  • Bestellung des Abschlussprüfers
  • Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung
  • Notwendigkeit, Inhalte und Ablauf der Prüfungsplanung
  • Prüfung der Going-Concern-Prämisse
  • Fraud-Prüfung im Rahmen der Jahresabschlussprüfung
  • Prüfungstechniken bei der Abschlussprüfung
  • Prüfung der Buchführung
  • Bedeutung und Techniken des Dokumentationsprozesses
  • strukturierter Einsatz von Datenanalysen (einschl. Stichprobenkonzipierungen) im Rahmen der Abschlussprüfung

Präsenzphase 3:
„Wirtschaftsprüfung II“

Risikoorientierter Prüfungsansatz, ausgewählte Prüffelder des Jahresabschlusses, Prüfungsbericht, praxissichere Dokumentation

Der Schlüssel für eine effektive und ordnungsgemäße Prüfungsdurchführung liegt im „risikoorientierten Prüfungsansatz“ sowie in der Festlegung von Wesentlichkeiten. Die Möglichkeiten der Skalierung bestimmen den Umfang der Prüfungshandlungen.

Notwendige Inhalte des Prüfungsberichtes (Musterprüfungsbericht) und unmittelbar für die Prüfungspraxis einsetzbare Checklisten führen Sie durch die Inhalte der Prüfung der (non-verbalen) Rechnungslegung.

Sie lernen die konkrete und systematische Bearbeitung einschlägiger Prüffelder der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung kennen.

Die Inhalte dieser Präsenzphase betreffen hauptsächlich den Handlungsbereich 1.

Schwerpunkte:

  • risikoorientierter Prüfungsansatz
  • (repräsentative) Umfangsbestimmung von Prüfungshandlungen
  • Besonderheiten bei der Prüfung von kleinen und mittelgroßen Unternehmen (sog. skalierte Prüfung)
  • Prüfungsmethodik bzgl. ausgewählter relevanter Prüffelder der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung anhand von Prüfungsprogrammen
  • Effektivität von Bestätigungen Dritter
  • Grundsätze ordnungsmäßiger Berichterstattung im Prüfungsbericht
  • Einholung von Prüfungsnachweisen in unterschiedlichen Prüfungssituationen
  • Skalierte, effiziente, praxissichere prüffeldbezogene Dokumentation des Prüfungsvorgehens

Präsenzphase 4:
„Grundlagen technischer Anwendungen“ und „Grundlagen der betrieblichen Steuerlehre“

Grundlagen technischer
Anwendungen (1 Tag)

Effektive Prüfungsdurchführung umfasst die intelligente Nutzung technischer Anwendungen. Das digitale Zeitalter hat Ihre WP-Kanzlei längst erreicht.

Diese Inhalte betreffen die Handlungsbereiche 1 und 4.

Schwerpunkte

  • Grundlagen der statistischen Methodenlehre
  • Standardanwendungen
  • Excel als Werkzeug im Rahmen der Jahresabschlussprüfung
  • Präsentationen im Rahmen von Jahresabschlussprüfungen
  • Formatierung von Texten (sinnvolle Layout-Gestaltung)

Grundlagen der betrieblichen
Steuerlehre (2 Tage)

Wir vermitteln Ihnen die notwendigen steuerlichen Kenntnisse, die für die Durchführung einer Jahresabschlussprüfung notwendig sind (Handlungsbereich 4).

Schwerpunkte

  • Grundlagen des Steuerrechts mit Fokus auf Jahresabschlussprüfungen
    • Einkommensteuer
    • Körperschaftsteuer
    • Gewerbesteuer
  • Grundzüge des Umsatzsteuerrechts aufgrund der besonderen Risikolage bei Erlösrealisierungen

Präsenzphase 5:
„Wirtschaftsprüfung III“, „Soft-Skill-Seminar“ sowie „Simulation des mündlichen Prüfungsteils“

Prüfung des Eigenkapitals, der Pensionsrückstellungen, der latenten Steuern sowie des Anhangs bzw. des Lageberichts (2 Tage)

Diese Präsenzphase vermittelt die Kenntnisse zur Prüfung schwieriger Prüffelder. Praxistaugliche effektive Checklisten, welche die Effizienz im Prüfungsalltag erheblich steigern können, führen Sie durch die Aspekte der Prüfung verbaler Rechnungslegung.

Schwerpunkte bilden die Prüfung des Anhangs sowie des Lageberichtes und die ordnungsgemäße Berichterstattung im Bestätigungsvermerk. Praxisrelevante Muster von Anhang und Lagebericht, welche die gesetzlichen Anforderungen an eine ordnungsgemäße Rechnungslegung erfüllen, zeigen für die Teilnehmer offenkundige Lösungsmöglichkeiten einzelner Problembereiche verbaler Rechnungslegung zum sicheren Umgang mit diesen Rechnungslegungsinstrumenten in der Prüfungspraxis auf.

Hier werden vor allem Themen aus dem Handlungsbereich 1 thematisiert.

Schwerpunkte:

  • Auskunftsrechte und Vorlagepflichten im Kontext von Abschlussprüfungen
  • Prüfung schwieriger Prüffelder der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung (z. B. Eigenkapital, latente Steuern, Pensionsrückstellungen)
  • Prüfung von Anhängen und Lageberichten
  • Besonderheiten bei der Prüfung eines Jahresabschlusses der GmbH & Co. KG
  • Grundsätze ordnungsmäßiger Berichterstattung im Bestätigungsvermerk
  • Prüfung der Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

Soft-Skill-Kurs und Prüfungssimulation (1 Tag)

Sie wissen anschließend, wie Sie klar und zielgerichtet kommunizieren. Zudem verbessern Sie Ihr Präsentationsgeschick und Ihr Zeitmanagement. Sie erhalten einen Eindruck vom mündlichen Prüfungsteil. Die Inhalte betreffen den Handlungsbereich 4.

Schwerpunkte

  • Verhalten in schwierigen Prüfungssituationen
  • Kommunikation
  • Präsentationen vor den Mitarbeitern des Mandanten und vor den Mitgliedern des Prüfungsteams
  • Zeitmanagement
  • Simulation des modulübergreifenden mündlichen Prüfungsteils (Präsentation und Fachgespräch)

Präsenzphase 6:
„Grundlagen der BWL“, „Konzernrechnungslegung“ sowie „Wirtschaftsprüfung IV“

Grundlagen der BWL

Ein Schwerpunkt des Handlungsbereichs 2 ist die Konzernabschlussprüfung, wofür Sie die grundsätzlichen Anforderungen an die Konzernabschlusserstellung kennen müssen.

Schwerpunkte

  • Grundlagen der BWL im Fokus der Jahresabschlussprüfungen, insbesondere
    • Kosten- und Leistungsabrechnung
    • Finanzierung
    • Investitionsrechnung

Konzernrechnungslegung

Es werden die für die Jahresabschlussprüfung relevanten Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre vermittelt, die Basis des Handlungsbereichs 1 sind.

Schwerpunkte

  • Grundlagen der Konzernrechnungslegung
    • Abgrenzung des Konsolidierungskreises
    • Währungsumrechnung
    • Konsolidierungstechniken
    • Steuerlatenzierung
  • Konzernlagebericht

Wirtschaftsprüfung IV

Die an diesem Tag behandelten Sachverhalte sind Qualifikationsinhalte des Handlungsbereichs 2.

Schwerpunkte

  • Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzern-lageberichts (insb. nach IDW PS 320 und ISA 600)
  • prüferische Durchsichten (insb. nach IDW PS 900)
  • Prüfung von Finanzaufstellungen und -informationen (z. B. IDW PS 480 und 490)
  • vereinbarte Untersuchungshandlungen („agreed-upon procedures“; nach ISRS 4400)