Prüfungsfachwirt

Die fünf Präsenzphasen

Präsenzphase 1:
„Bilanzierung und Bilanzpolitik“ sowie „Grundlagen des Wirtschaftsrechts“

Bilanzierung und Bilanzpolitik (1 Tag)

Neben dem Bilanzierungsprozess werden Ihnen systematisch die bilanzpolitischen Spielräume der Rechnungslegung nach HGB vermittelt.

Schwerpunkte:

  • Prozess der Bilanzierung
  • bilanzpolitische Spielräume
  • kritische Prüfungsfelder

Grundlagen des Wirtschaftsrechts (2 Tage)

Im Wirtschaftsrecht werden die notwendigen juristischen Grundkenntnisse für die Prüfung von Jahresabschlüssen praxisnah vermittelt. Die Erarbeitung des Lernstoffes erfolgt entsprechend dem Prüfungsablauf und ist nach den Posten des Jahresabschlusses strukturiert.

Schwerpunkte:

  • allgemeines Zivil- und Vertragsrecht
  • Handels- und Gesellschaftsrecht
  • Verträge in der Praxis (Beispiele)
  • Registerauszüge

Die Fernkurse „Buchführung“ und „Bilanzierung“ können zwischen den ersten beiden Präsenzphasen im Selbststudium absolviert werden. Hierzu werden den Teilnehmern, die alle 5 Präsenzphasen gebucht haben, didaktisch ausgereifte Materialien sowie der Zugriff auf die Übungsaufgaben im E-Learning-System zur Verfügung gestellt.

Präsenzphase 2:
„Wirtschaftsprüfung I“

Rechnungslegungs-, Prüfungs-, Offenlegungs- und Feststellungsvorschriften, Facharbeit, Prüfungsgrundsätze, Berufsrecht, Qualitätssicherung und -kontrolle, Dokumentationsgrundsätze, Datenanalyse

Sie erhalten die notwendigen Grundkenntnisse für die Planung und Durchführung einer Jahresabschlussprüfung. Gesetzliche Bilanzierungs- und Prüfungsvorschriften werden um entsprechende Vorgaben der berufsständischen Facharbeit ergänzt und praxisrelevant erläutert.

Die Darstellung des Prüfungsansatzes und der Prüfungsmethoden geben Ihnen wichtige Hilfestellungen für die Berufspraxis. Ein Schwerpunkt liegt hierbei auf den verschiedenen relevanten Prüfungstechniken, die im Rahmen der Jahresabschlussprüfung eingesetzt werden sollten, einschließlich der Methodik der Datenanalyse als innovative Prüfungstechnik (Journal-Entry-Testing).

Schwerpunkte:

  • relevante rechtliche Vorschriften im „Wirtschaftlichen Prüfungswesen“
  • Bestellung des Abschlussprüfers
  • Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung
  • Notwendigkeit, Inhalte und Ablauf der Prüfungsplanung
  • Prüfung der Going-Concern-Prämisse
  • Fraud-Prüfung im Rahmen der Jahresabschlussprüfung
  • Prüfungstechniken bei der Abschlussprüfung
  • Prüfung der Buchführung
  • Bedeutung und Techniken des Dokumentationsprozesses
  • strukturierter Einsatz von Datenanalysen (einschl. Stichprobenkonzipierungen) im Rahmen der Abschlussprüfung

Präsenzphase 3:
„Wirtschaftsprüfung II“

Risikoorientierter Prüfungsansatz, ausgewählte Prüffelder des Jahresabschlusses, Prüfungsbericht, praxissichere Dokumentation

Der Schlüssel für eine effektive und ordnungsgemäße Prüfungsdurchführung liegt im „risikoorientierten Prüfungsansatz“ sowie in der Festlegung von Wesentlichkeiten. Die Möglichkeiten der Skalierung bestimmen den Umfang der Prüfungshandlungen.

Notwendige Inhalte des Prüfungsberichtes (Musterprüfungsbericht) und unmittelbar für die Prüfungspraxis einsetzbare Checklisten führen Sie durch die Inhalte der Prüfung der (non-verbalen) Rechnungslegung.

Sie lernen die konkrete und systematische Bearbeitung einschlägiger Prüffelder der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung kennen.

Schwerpunkte:

  • risikoorientierter Prüfungsansatz
  • (repräsentative) Umfangsbestimmung von Prüfungshandlungen
  • Besonderheiten bei der Prüfung von kleinen und mittelgroßen Unternehmen (sog. skalierte Prüfung)
  • Prüfungsmethodik bzgl. ausgewählter relevanter Prüffelder der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung anhand von Prüfungsprogrammen
  • Effektivität von Bestätigungen Dritter
  • Grundsätze ordnungsmäßiger Berichterstattung im Prüfungsbericht
  • Einholung von Prüfungsnachweisen in unterschiedlichen Prüfungssituationen
  • Skalierte, effiziente, praxissichere prüffeldbezogene Dokumentation des Prüfungsvorgehens

Präsenzphase 4:
„Grundlagen technischer Anwendungen“ und „Grundlagen der betrieblichen Steuerlehre“

Grundlagen technischer
Anwendungen (1 Tag)

Effektive Prüfungsdurchführung umfasst die intelligente Nutzung technischer Anwendungen. Das digitale Zeitalter hat Ihre WP-Kanzlei längst erreicht.

Schwerpunkte

  • Standardanwendungen
  • Formatierung von Texten (sinnvolle Layout-Gestaltung)
  • Excel als Werkzeug im Rahmen der Jahresabschlussprüfung
  • Präsentationen im Rahmen von Jahresabschlussprüfungen

Grundlagen der betrieblichen
Steuerlehre (2 Tage)

Wir vermitteln Ihnen die notwendigen steuerlichen Kenntnisse, die für die Durchführung einer Jahresabschlussprüfung notwendig sind.

Schwerpunkte

  • Grundlagen des Steuerrechts mit Fokus auf Jahresabschlussprüfungen
    • Bilanzsteuerrecht
    • Steuerrecht der Kapital- und Personengesellschaften
  • Grundzüge des Umsatzsteuerrechts aufgrund der besonderen Risikolage bei Erlösrealisierungen

Präsenzphase 5:
„Wirtschaftsprüfung III“ und Prüfungstag inklusive Soft-Skill-Seminar

Prüfung des Eigenkapitals, der Pensionsrückstellungen, der latenten Steuern sowie des Anhangs bzw. des Lageberichts (2 Tage)

Diese Präsenzphase vermittelt die Kenntnisse zur Prüfung schwieriger Prüffelder. Praxistaugliche effektive Checklisten, welche die Effizienz im Prüfungsalltag erheblich steigern können, führen Sie durch die Aspekte der Prüfung verbaler Rechnungslegung.

Schwerpunkte bilden die Prüfung des Anhangs sowie des Lageberichtes und die ordnungsgemäße Berichterstattung im Bestätigungsvermerk. Praxisrelevante Muster von Anhang und Lagebericht, welche die gesetzlichen Anforderungen an eine ordnungsgemäße Rechnungslegung erfüllen, zeigen für die Teilnehmer offenkundige Lösungsmöglichkeiten einzelner Problembereiche verbaler Rechnungslegung zum sicheren Umgang mit diesen Rechnungslegungsinstrumenten in der Prüfungspraxis auf.

Schwerpunkte:

  • Auskunftsrechte und Vorlagepflichten im Kontext von Abschlussprüfungen
  • Prüfung schwieriger Prüffelder der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung (z. B. Eigenkapital, latente Steuern, Pensionsrückstellungen)
  • Prüfung von Anhängen und Lageberichten
  • Besonderheiten bei der Prüfung eines Jahresabschlusses der GmbH & Co. KG
  • Grundsätze ordnungsmäßiger Berichterstattung im Bestätigungsvermerk
  • Prüfung der Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

Prüfungstag (1 Tag)

Nach dem erfolgreichen Besuch aller Präsenzphasen findet am letzten Tag der 5. Präsenzphase der „Prüfungstag“ statt. Eine 30-minütige fächerübergreifende mündliche Prüfung in Kleingruppen dient der abschließenden Leistungsbeurteilung.

Vermittlung grundlegender Soft Skills

Allen, die gerade nicht an der mündlichen Prüfung teilnehmen, wird parallel ein Soft-Skill-Seminar angeboten, welches explizit für die Wirtschaftsprüfungsbranche entwickelt wurde. In diesem werden u. a. das Verhalten in schwierigen Prüfungssituationen sowie das Referieren vor den Mitarbeitern des Mandanten und von den Mitgliedern des Prüfungsteams geprobt.